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(openPR) - Wenn die Luft nach Biergarten zu riechen beginnt und die Gartenträume erwachen, setzt auch die Flut der Bilder ein. Landauf, landab arbeiten die Redakteure an „Gartenspecials“. „Ruhe bewahren“ sagen Gartenprofis und raten dazu, die Anregungen entspannt zu genießen.
Der Stapel wird immer größer. Gartenbücher, Gartenmagazine, Sonderhefte und Sonderbeilagen formieren sich zu einer beeindruckenden Ideenwelle. Während sich der eigene Freiraum als vernachlässigtes Rasengeviert darstellt, wirkt die Menge der Tipps fast bedrohlich. Da fällt es schwer, den Mut nicht zu verlieren;1000 Motive und kein Ansatzsatzpunkt, sie mit dem eigenen Grundstück zu verknüpfen.
„Ruhe bewahren“, rät der Gartenprofi „und nicht verunsichern lassen“. Wem der Garten nicht mehr gefällt oder aber, wer noch gar keine Lösung für das Stück Land vor und hinter dem Haus gefunden hat, sollte die jährlich im Frühjahr einsetzende Bilderflut entspannt genießen, meint etwa Christian Kubik, Gartenberater aus Wien: „Zwischen all den Standardtipps findet sich auch manch spannende Anregung“, meint der studierte Gartenfachmann.
Wichtig sei es, erst einmal selbst zu klären, was denn im eigenen Garten eigentlich wichtig ist: „Wie möchte ich den Garten nutzen?“, „Wer erhebt noch alles Ansprüche auf den Freiraum vor der Haustür?“ und „Wie wichtig sind die einzelnen Wünsche?“ Diese Fragen sollten erst einmal mit dem Ehepartner oder in der Familie geklärt werde. Denn viel besser als lose Wünsche aneinanderzureihen, sei es doch, dass sich am Ende alle in dem Wohnraum im Freien wohl fühlen. Die bunten Bilder können den Prozess unterstützen, sagt der Gartenberater - Ausschlaggebend seien aber die eigenen Prioritäten.
Tilo Sauer, Gartenplaner und Gartenberater aus Berlin, warnt davor, sich von den vielen Bildern einschüchtern zu lassen. „Ein Bild zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt – über die Größe und den Gesamteindruck des Gartens wird damit nichts gesagt“, erklärt der Fachmann und erläutert, dass sich auch in kleinen Gärten erstaunlich viele Wünsche verwirklichen lassen. Gute Gestaltung ist eine Frage der geschickten Raumaufteilung, der wohlüberlegten Materialverwendung und der Auswahl der richtigen Pflanzen. „Viele Menschen glauben, dass sich die Bilder aus den Gartenzeitschriften im eigenen Garten nicht verwirklichen lassen“, beschreibt der Berliner seine Erfahrungen. „Dabei sind die Bilder oft nur mit kleinen Kunstgriffen zustande gekommen und mit etwas Geschick auch auf viele andere Gärten übertragbar.“
Auch Gartenberaterin Susanne Schäffer aus dem schwäbischen Kusterdingen sieht der Bilderschwemme mit gemischten Gefühlen entgegen. „Einerseits freue ich mich, wenn es Gartenthemen ganz vorne auf die Seiten schaffen – anderseits stelle ich auch immer wieder fest, wie wenig praktische Hilfe den Leuten geboten wird“, sagt die Württembergerin. Denn neben vielen guten Ideen würden auch viele Vorurteile transportiert. „Für die Gestaltung des Gartens fühlen sich viele berufen, dabei steckt hinter einem guten Konzept viel Detailwissen“, sagt die Fachfrau und rät dazu, sich zwar Inspiration zu holen, für das individuelle Konzept aber auf Fachkompetenz von außen zu vertrauen.
„Am Ende sagen zwar Bilder mehr als 1000 Worte, aber für den Transfer in den eigenen Garten wird dann doch ein Übersetzer, respektive eine Übersetzerin gebraucht“, sagt Sabine Sonntag aus Beinwil schmunzelnd. Auch die Schweizerin ist Mitglied im größten Gartenberatungsnetzwerk Europas und erlebt jedes Frühjahr die Folgen der Bilderflut. „Meine Aufgabe ist es, die vielen Zeitungsausschnitte meiner Kundinnen zu einem persönlichen Gartenprofil zusammenzusetzen“. So mancher Kompromiss sei da zu vermitteln, so manches Vorurteil zu widerlegen, versichert die erfahrene Gartenplanerin, bevor sich die Kunden selbst oder mithilfe eines Landschaftsgärtners an die Umsetzung der Konzepte machen.
In einer Einschätzung sind sich alle vier Fachleute einig. Dass das Thema Garten im Frühling so mannigfaltig bedient wird, ist sowohl für Gartenbesitzer, wie für Profis eine Chance. Es brauche nur die nötige Gelassenheit, die für den eigenen Fall geeigneten Anregungen auszuwählen und sich nicht von der Menge der Ideen verunsichern zu lassen. Und am Ende seien die Fachleute in der Region die richtigen Ansprechpartner, um beim Ordnen der Bilder zu helfen.
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